Holzenergie muss nicht durch die Straße von Hormus
Der Konflikt in Nahost zeigt uns einmal mehr, welche Konsequenzen Abhängigkeiten und weltweite Handelsbeziehungen haben: Fossile Energieträger haben sich innerhalb weniger Tage enorm verteuert. Ein trauriger Anlass, sich auf regionale Wertschöpfung zu besinnen, und das zu nutzen, was wir selbst herstellen: Holz zum Beispiel.
Als Energieträger hat Holz viele Vorteile: es wächst nach, in unserer Region sogar reichlich (der halbe Landkreis Garmisch - Partenkirchen ist von Wald bedeckt!), man kann es speichern, die Energie kann also dann abgerufen werden, wenn sie gebraucht wird und vor allem wird bei der Verbrennung nur so viel Kohlenstoff freigesetzt, wie die Bäume im Lauf Ihres Lebens der Atmosphäre entzogen haben.
Energieholz fällt als "Koppelprodukt" bei der Waldwirtschaft und auch in der Holzverarbeitung an. In der Waldwirtschaft werden Baumteile, die mit der Fällung anfallen, wie Gipfel, Äste oder nicht sägefähiges Holz (faul, gesplittert, zu krumm, u.s.w.) entweder als "Industrieholz" für die Spanplattenherstellung oder für den chemischen Aufschluss (Zellstoff u.A.) bereitgestellt oder wenn das nicht möglich oder preislich interessant ist, zu Brennholz oder Hackschnitzeln verarbeitet. Fichtenholz, das Borkenkäfern als Brutmaterial dienen kann, kann man nicht einfach im Wald belassen, so dass die Nicht-Verwendung keine Alternative ist.
In der holzverarbeitenden Industrie fallen beim Zersägen, Zerspanen, Hobeln oder Schleifen Späne und Mehl an, das zu Pelltes verpresst wird und in Pelletheizungen als Brennstoff dient.
Sämtliche Formen von Energieholz aus unserer Region - Scheitholz, Hackschnitzel, Holzpellets - kann man nutzen, ohne fürchten zu müssen, dass dafür Wälder gerodet oder vernichtet werden oder dass man damit internationale Konflikte anheizt. Wer schlau ist, der sorgt jetzt nicht nur für den nächsten Winter vor und legt sich einen Brennholzvorrat an, sondern der denkt grundsätzlich darüber nach, ob es bessere Möglichkeiten gibt, als Öl oder Gas zu verbrennen, um es warm zu haben.
Sollte der Konflikt in Nahost länger andauern, ist zu befürchten, dass es im kommenden Herbst wieder zu ausverkauften Brennholzvorräten kommt. Noch ist Zeit, um Brennholz für den kommenden Winter zu produzieren - es muss allerdings so gelagert werden, dass es optimal trocknen kann. Im Herbst ist nur das Brennholz zu kaufen, das bereits produziert wurde und ausreichend trocken ist.
Mehr über Holz als Energieträger finden Sie auch in diesem Beitrag.
