Das Heizen mit Holz steht vor allem von Seiten des Naturschutzes oder von Waldschützern in letzter Zeit in der Kritik. Doch auch an dieser Kritik sind Zweifel angebracht, denn es wird durchaus mit unlauteren Mitteln gearbeitet. Als Beispiel kann die Homepage des NABU dienen, auf der aufgerufen wird, eine Petition an Bundeskanzler Olaf Scholz, Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck, Umweltministerin Steffi Lemke und Landwirtschaftsminister Cem Özdemir zu unterzeichnen.
So wird dort behauptet: "Obwohl Holz beim Verbrennungsprozess mehr CO2 freisetzt als Kohle, stuft die europäische Union Energie aus Waldholz als klimaneutral ein." Unlauter ist die Behauptung, weil Holz zwar tatsächlich je Energieeinheit mehr CO2 freisetzt als Kohle. Dabei fällt aber unter den Tisch, dass der Kohlenstoff aus Holzverbrennung einem Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauernden Kreislauf entstammt, dem es praktisch kaum entzogen werden kann. Durch die Verbrennung wird dieser Kreislauf beschleunigt, was zweifellos negative Folgen für das Klima hat. Bei Kohle dagegen kann man nicht wirklich von einem Kreislauf sprechen, und wenn man das wollte, dauert dieser Kreislauf Jahrmillionen. Der Kohlenstoff aus der Kohle ist dort und so lange er da ist, wo er ist (nämlich in den Lagerstätten und Flözen), dem Kreislauf entzogen und wird nur durch Verbrennung durch den Menschen wieder der Atmosphäre zugeführt.
Obwohl Energieholz nur zu geringen Teilen direkt aus dem Wald kommt, behautptet der NABU, "Bereits die Hälfte der deutschen Holzernte wird verbrannt, Tendenz steigend." Dass das Holz aber vorher lange in der Form genutzt wurde, in der wir es kennen (Bretter, Balken, Möbel,.....) und am Ende - wie andere, weniger klimafreundliche Produkte - in einer Müllverbrennungsanlage landet, blendet diese Aussage aus. Es wird nicht die "Hälfte der deutschen Holzernte verbrannt", sondern halb so viel Holz wie in Deutschland geerntet wird, wird jährlich verbrannt.
Die Aussagen des NABU zielen darauf ab, dass Wälder unter der Energieholznutzung leiden würden oder wegen des Energieholzes gar "gerodet" würden. Als Rodung bezeichnet man die dauerhafte Beseitigung von Wald zu Gunsten anderer Landnutzungsarten. Rodung bedarf in Deutschland einer amtlichen Erlaubnis. Dabei liegt der Volumenanteil des Energieholzes am Holzeinschlag in Deutschland bei nur 14%. Die wirtschaftliche Bedeutung ist noch kleiner, denn die Energieholzsortimente sind weniger wertvoll als Stämme, die für höherwertige und dauerhaftere Zwecke wie z.B. für Bretter und Balken, Bau-, Konstruktions- oder Möbelholz verwentet werden.
Wie einfach die Welt des NABU in Bezug auf die Holznutzung ist, kann man auf dieser Seite unten sehen:

Das Hintergrundbild zeigt aber keinseswegs Brennholz. Es zeigt große Mengen auf dem Rundholz-Lagerplatz in einem Holzverarbeitenden Betriebs in Brilon. Die Firma Egger betreibt hier ein Sägewerk, eine Produktion von Spanplatten und mitteldichten Faserplatten (MDF), und ein Biomassekraftwerk. Aus dem Holz werden also in erster Linie
- Bretter und Balken, die weiterverarbeitet werden zu langlebigen Holzprodukten wie Bauholz, Dachstühlen, Wand- und Deckenverkleidungen, Mehrschichtplatten aus Holz, vielleicht Möbel, Böden oder andere Holzprodukte, die uns täglich umgeben.
- Holz, das für Bretter und Balken nicht geeignet ist, sowie die beim Zersägen und Zerspanen von Holz entstehenden Späne, wird zu Spanplatten und MDF verarbeitet, wie wir sie beispielsweise in Möbeln finden.
- Reststoffe wie z.B. die Rinde, die vor dem Einschnitt von den Stämmen entfernt wird, wird im Biomassekraftwerk in Strom und Wärme verwandelt, die die Firma für ihre Produktionsprozesse nutzt.
Eigentlich wird das Holz dort genau so verwendet, wie der NABU das möchte. Zitat:
"Holz ist ein wertvoller Rohstoff und zu schade zum Verheizen. Es sollte zunächst in möglichst langlebigen Produkten, wie Möbeln oder zum Hausbau, eingesetzt werden." (Quelle: https://mitmachen.nabu.de/de/holzverbrennung)
Der NABU verwirrt also nicht nur seine Anhänger und Unterstützer mit diesem beeindruckenden Bild, sondern er zeigt auch, wie verwirrt er selbst in der doch etwas komplexeren Frage der Holznutzung und Holzenergie ist.
